Gemeinsam Miteinander e. V.

Gemeinsam Miteinander e. V.

Von Mensche für Menschen

  • D- 44581 Castrop-Rauxel
  • 02305 532 436
  • 0179 912 119 9

... Ein weiteres Samenkorn für Frieden und Menschlichkeit in der Welt

Von Menschen für Menschen - Ein Samenkorn wurde gesät. Jeder trägt in sich das Licht, das Wasser, den Wind, die Wärme und die Liebe, die es benötigt, um zu keimen und zu einer wundervollen Pflanze heranzuwachsen.

Wir wollen gemeinsam für dieses Samenkorn Sorge tragen, die aus ihm entstehende Pflanze pflegen und hüten, damit weitere Samenkörner sich entwickeln können.

Wie alles begann

Am Anfang ging es um eine einzige Familie, die vor dem Krieg aus Jugoslawien geflüchtet war und auf einem Pferdegestüt unterkam, auf dem auch ich lebte.

Drei Menschen, das Kind gerade mal knappe zwei Jahre alt, wohnten in einem Zimmer. Es war Winter und sie hatten nur eine Zudecke, das Kind keine Winterschuhe.

Ich selbst, damals Filialleiterin mehrerer Sonderpostenläden, hatte den dringenden Wunsch, mitzuhelfen dieses zu verändern.

Schnell waren Schuhe und Stiefel gekauft, gebrauchte Kleidung über eine Zeitungsannonce besorgt und Oberbetten inklusive Kissen innerhalb meiner Familie zusammengesammelt. Auch in meinem Kleiderschrank fand ich so einiges, was der jungen Frau passte.

Doch nicht nur „Hilfsgüter“ wurden benötigt sondern auch Hilfestellung für die täglichen Anforderungen des Lebens –Behördengänge, Mithilfe beim Erlernen der deutschen Sprache, Schriftverkehr und Übersetzungen, das Bereitstellen meiner Waschmaschine…- !

Über viele Jahre durfte ich erfahren, dass die Dinge, die mir leicht von der Hand gehen, für andere Menschen eine große Hilfe sind.

Was entstanden ist

Heute gehört diese Familie, wie viele andere Menschen auch, mit zu den sehr aktiven Mitgliedern, wenn es darum geht, anderen Menschen und mir Hilfestellung zu geben.

Viele der Menschen, die in all den vielen Jahren auf diese und ähnliche Weise Hilfe erfahren haben, sind in der inneren Bereitschaft ebenfalls zu helfen. Dies ist es, was wir

immer wieder fördern. Wir zeigen auf, dass jeder etwas für einen anderen tun kann und wie viel wir immer wieder bewegen können.

Hilfe zur Selbsthilfe ist genau das, was unsere Arbeit so „fruchtbar“ sein lässt.

Die Menschen sind mit ihren Nöten nicht mehr alleine. Sie sehen eine Perspektive und oftmals besinnen sie sich auf ihre Fähigkeiten oder erfahren einen erweiterten Möglichkeitsraum.

Wir helfen den Menschen, sich an ihre Stärken zu erinnern. Innerhalb unserer Aktivitäten findet der Einzelne „Seins“. So entstehen immer neue Bereiche, die wiederum anderen Menschen zu Gute kommen.

Die meisten Menschen, die über uns Gutes und Hilfe erfahren haben, geben das Gute und die Hilfe auch zu anderen Menschen Denn, wer Liebe erfährt kann Liebe weitergeben. Wer Hilfe erfährt, kann Hilfe weitergeben. Und ich bin zutiefst dankbar dafür, ein Teil dieses Prozesses zu sein.

Wie die Hilfe zu den Menschen gelangt

Viele Menschen rufen uns an, wenn es etwas gibt, was bei ihnen „ausgedient“ hat.

Kleidung und Gegenstände können zu uns gebracht werden, mitunter auch von uns abgeholt.

Unser Sortierlager nimmt alles auf.

Viele „Wunschzettel“ von Menschen hängen an der Wand und zeigen auf, wer was dringend benötigt.

Oft wird in fröhlicher Runde, mal alleine, alles Angekommene sortiert und den einzelnen „Wunschzetteln“ zugeordnet.

Die Wunschzettel entstehen, weil uns Menschen berichten, wo Unterstützung gebraucht wird. Wir fahren nach geführten Telefonaten zu den einzelnen Menschen hin und schauen, was benötigt wird.

So haben wir die Möglichkeit, den Menschen und sein Umfeld kennen zu lernen.

Wir sind vor Ort, sehen und hören viel und können uns ein gutes Bild machen. Durch diese sehr persönliche und individuelle Hilfe ist es häufig ganz leicht, den Einzelnen in „unsere Arbeit“ einzubinden, ganz nach dem Motto „runter vom Sofa“, raus aus der Isolation, hinein ins Leben.

 Die Hilfe, welche begonnen hat, weil es an Dingen wie – Hosen und Sweater für die Kinder, warme Stiefel, Waffeleisen, Mischbatterie für die Küche, Couchgarnitur …usw. - gefehlt hat, wird zu dem, was wir meinen, was Hilfe immer sein sollte.

Den anderen Menschen spüren lassen, dass er wichtig ist auf diesem wunderbaren Planeten und dass er gebraucht wird mitzuhelfen, dass wir Menschen uns besinnen und die Verantwortung für uns übernehmen.

Jeder wird dadurch nicht nur zum Nehmenden sondern auch zum Gebenden, wie zum Lehrenden und Lernenden, und dies lässt das Gefühl entstehen keine „Almosen“ zu erhalten. Der Mensch macht die Erfahrung, dass durch seine Mithilfe und die der Anderen, das Geben und Nehmen erst möglich gemacht wird.

So ist ein Netzwerk entstanden, Knoten um Knoten wurde geknüpft und viele Knoten können noch entstehen.

Eine Geschichte, die ein benötigter Kühlschrank ins Leben ruft

Ich bringe, zusammen mit zwei Helfern, den ersehnten und dringend gebrauchten Kühlschrank.

Das Ehepaar freut sich und schnell ist er an den Strom angeschlossen. Im Gespräch stellt sich heraus, dass „früher“, als es ihnen finanziell noch gut ging, sie einen großen Garten hatten und ihnen heute die Arbeit an der frischen Luft und die Ernte aus dem Garten fehlt.

Und wieder schließt sich ein Kreis. Es gibt einen Menschen, der einen großen Garten hat und diesen schon lange nicht mehr alleine bestellen und in Ordnung halten kann.

Für mich war es leicht, diese Menschen zusammen zu bringen. Und wieder ist ein Knoten in meinem „Menschennetzwerk“ geknüpft.

Ein weiterer Knoten in unserem Netz

Alle Gegenstände und Kleidungsstücke, die hier vor Ort nicht recht bald einen neuen Besitzer finden, werden für die Hilfe in Tschernobil liebevoll verpackt und weitergegeben.

Sehr aktive und kontinuierliche Hilfe leistet Pater Imekus in Horneburg mit seinen Helfern seit dem Reaktorunglück. 25 Jahre beständige Weitergabe von Hilfsgütern.

Der Pater selbst fährt jedes Jahr insgesamt 10 Wochen nach Russland und hat dort Kontakt zu vielen Familien und Kinderheimen, die sehr froh sind, dass ein Teil ihrer Not immer wieder über sich erfüllende „Wunschzettel“ gelindert werden kann.

Wir freuen uns über jeden Gegenstand, jedes Kleidungsstück…

Nichts ist unwichtig, alles wird benötigt... - bis hin zum letzten Schnürsenkel

Selbst zerschlissene Bettwäsche kann noch verwendet werden - Mallappen für eine Praxis, in der kreativ gearbeitet wird -

Über Papier, Tonkarton und Ähnliches freut sich der Kindergarten

Bastelmaterialien für Bastelstunden und Bastelkurse werden aufgehoben

Märchenbücher dienen dem Vorlesen

Schulbücher werden für Nachhilfeunterricht eingesetzt

Verschiedene tolle Kleidungsstücke für Theaterprojekte an Schulen

…. Und vieles mehr

Die Geschichte einer Küche

Das Telefon klingelte und eine nette Stimme am anderen Ende fragte: „Eine Küche aus Köln sucht ein neues Zuhause, haben sie Verwendung dafür“?

Sofort konnte ich dies bestätigen. „Ja, ein älterer Herr mit einer sehr kleinen Rente benötigt nach seinem Umzug nach Bochum eine Küche“, entgegnete ich.

„Das Problem allerdings ist der Transport, da mir zurzeit kostenlos kein größeres Fahrzeug zur Verfügung steht.

Dies wiederum aber war für mein Gegenüber kein Problem. „Ich verfüge über einen kleinen Transporter, mit dem ich letztendlich die Küche übermorgen zur Entsorgung gebracht hätte.

Meine Mutter wohnt in Castrop-Rauxel und sie bekommt aus unserer Wohnung einen Echtholzschrank, den ich zu ihr nach Hause bringen werde. Von ihr weiß ich, dass es ihre Anlaufstelle gibt. Um die Küche wäre es wirklich schade, auch wenn sie schon älteren Baujahres ist, also kann ich sie doch mitbringen.

Schnell war geklärt, dass diese Küche nach Bochum zu besagtem Herrn gebracht wird. Am vereinbarten Tag setzten sich zwei Menschen aus Castrop-Rauxel in die S-Bahn und sorgten dafür, dass die Küche vor Ort ausgeladen und dem älteren Herrn in die Wohnung gebracht wurde.

Das Geld, welches für die Fahrt mit der S-Bahn fehlte, da es sich bei den beiden Helfern um Hartz IV Empfänger handelte, wurde von einer Frau aus Hattingen gespendet, welche mich und die Organisation, „Kinder, schlaf am Zug“ in Bochum immer wieder tatkräftig unterstützt.

Heute steht diese Küche dank dieser vielen Menschen in Bochum und hat ein neues zu Hause gefunden.

Und so könnten wir noch viele ähnliche Geschichten schreiben wie

„Hilfe, ich muss zum Arzt“

Angst vor dem Arztbesuch es gibt einen Menschen, der mitfährt

„ Das schaff ich nie“

In Mathe eine 5 auf dem Zeugnis es gibt einen Menschen, der kostenlos Nachhilfe anbietet

„Der Tag an dem ich entdeckte dass ich nicht alleine bin“

Alleine zu Hause, einsam es gibt einen Menschen der kommt

„ Das sind Böhmische Dörfer für mich“

schwierige Antragsformulare es gibt einen Menschen, der hilft

„Jeder von uns ist eine Note in der göttlichen Symphonie.“

Willigis Jaeger

Wie es „Weiterklingen“ kann

Nach über sieben Jahren Vereinsarbeit haben wir nun einen Ort gefunden, der uns ermöglicht, unsere Arbeit zu zentrieren, „alles unter einem Dach“ klingen zu lassen.

Der Ort ist unser Vereinshaus Lange Straße 173, gegenüber Zeche Victor III/IV (ehem. Chinarest),

Es ist ideal gelegen und so groß und umfangreich, dass es „vielen Noten ein passendes Instrument“ zu geben hat.

Mit diesem Haus haben sich noch einmal neue Möglichkeiten für unsere Arbeit eröffnet.

Wenn Sie uns kennen lernen möchten, oder „ausgediente Dinge und Kleidung“ zu uns bringen möchten, ist dies immer donnerstags von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr möglich, sowie jeden ersten Samstag im Monat zu gleicher Uhrzeit.

Zu diesen Zeiten ist auch unser kleines Kuriositätencafé geöffnet, indem wir für Sie Fair gehandelten Kaffee und Tee bereithalten, sowie immer selbstgebackenen Kuchen und Torte.

In unseren Räumen finden Veranstaltungen verschiedener Art statt, und auch Sie können uns ansprechen, wenn es um Vereinstreffen, Familienfeiern, Räume für Selbsthilfegruppen, und vieles mehr geht.

Martina Lippert

Vorstand

Von Menschen - Für Menschen e. V.